Spielen und diskutieren beim Games Day 2015

Neben anregenden Vorträgen bot der Games Day der Fangemeinde ein Forum für intensive Gespräche und Erinnerungen an die Zeit der Retro-Spiele.

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„Machen Sie unseren Tag lebendig!“ Mit diesem Wunsch an das Publikum eröffnete Prof. Walter Kriha am 9. Januar 2015 den Games Day an der Hochschule der Medien. Schon zum 15. Mal organisierte er mit Studierenden des Studiengangs Medieninformatik die Veranstaltung: „Der Games Day bietet jedes Jahr ein Forum für spielebegeisterte Studierenden, die Motivation und Leidenschaft für dieses Thema verbindet“, stellt Prof. Walter Kriha fest. Dass vor allem der Austausch der Fangemeinde mit dem Fachpublikum aus der Spieleindustrie im Vordergrund steht, freut den Professor:„Typisch für den Games Day ist, dass wir unser Zeitlimit chronisch überziehen, weil leidenschaftlich mit den Vortragenden diskutiert wird.“ Von Eva Tilgner

Mit Spielen Grenzen überwinden

Unter dem Motto “Pushing the Boundaries“ fand das diesjährige Zusammentreffen der Games Community statt. Über die spannenden Entwicklung der Gamesindustrie durch realistische Lichteffekte und Materialien, neue Gerätetypen wie Smartwatches oder den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Steuerung von Spielen sollte an diesem Tag berichtet werden. „Licht spielt eine zentrale Rolle für die Stimmung im Spiel“, begründet Prof. Walter Kriha den technischen Schwerpunkt. Der gut besuchte Vorlesungssaal „Aquarium“ war den eingeladenen Gästen wohl vertraut. Auch in diesem Jahr wurde die Vorträge von Alumni und Studierenden gestaltet – auf Wunsch der Zuhörer auch gerne spontan in englischer Sprache. „Zusagen für das Engagement beim Games Day bekommen wir mühelos“, sagt Prof. Walter Kriha mit einigem Stolz.

Fitness meets e-Health

Bei dem Thema „Beyond Mobile“ des Studierenden Maximilian Krauß, der aus seinem Praxissemester bei der Firma Handy Games über die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der wearable Technology berichtete, gingen die Diskussionen richtig los: Machen Games auf der Smartwatch Sinn? Was passiert mit der Privatsphäre, wenn die Uhr am Handgelenk in Zukunft jeden Joggingschritt zählt? „Die mobilen Anwendungen mit ihren Verflechtungen und Bezügen zu e-health bieten ein enormes Potential. Gleichzeitig stehen wir da erst am Anfang“, stellt Prof. Walter Kriha fest.

Chaotischer Spaß an der Spieleinsel

Zwischen den spannenden Fachreferaten konnten die Teilnehmer des Games Day in der Pause ihre Talente als Rennfahrer unter Beweis stellen. Im Flur der HdM erwarteten sie vier Spieleinseln mit Retro-Charakter. Auf dem einen Bildschirm sorgte der Klassiker “Stunts” von 1990 für Spiele-Erinnerungen, während auf dem anderen “Grid Autosport” aus dem letzten Jahr lief. Auffallend war der Kontrast zwischen der simplen Pixelgrafik der Neunziger und der vergleichsweise atemberaubenden Grafik der aktuelleren Rennsimulation. Sarah Corsten, die im ersten Semester an der HdM Werbung und Marktkommunikation studiert, beobachtete das „Zocken“ an der Spieleinsel genau: „Im direkten Vergleich stellte sich Grid Autosport als Publikumsmagnet heraus. Daneben sorgte das humorvolle Multiplayer-Jump’n-Run “Rayman Legends” quer durch alle Semester für chaotischen Spaß!“

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Die Bedeutung des Game Development anerkennen

Mit im Angebot der Spieleinsel war auch der neueste Game-Prototyp des Studiengangs Medieninformatik von Rupert Jung und seinem Team. Beim Spiel Gravity³ – ein Puzzlespiel rund um Gravitationswechsel mit Virtual Reality Unterstützung erprobten sie den Einsatz der Oculus Rift. „Wir mussten sehr viel mit der Steuerung experimentieren und konnten hier an der Spieleinsel schon mal erste Rückmeldungen sammeln“, erzählt Rupert Jung. Auch wenn der Aufbau und die Organisation des Spieleforums für ihn und seinen Kommilitonen einiges an Arbeit abverlangte, schätzt er den Wert der Veranstaltung: „Früher wurde das Zocken mit dem Computer auf „Geballer“ reduziert. Der Games Day trägt dazu bei, dass die Bedeutung und Herausforderung des Game Development anerkannt wird.“