Eröffnung des Institut für Games

Am Donnerstag den 16. Oktober trafen sich ca. 200 Teilnehmer an der Hochschule der Medien in Stuttgart zu einem Tag rund um Computerspiele. Studierende, Entwickler und Vertreter der Spieleindustrie tauschten Erfahrungen aus und diskutierten über aktuelle Trends der Branche.

Der Games Day wurde von den Studiengängen Audiovisuelle Medien Medieninformatik und Mobile Medien organisiert.

Im Rahmen der Veranstaltung fand die offizielle Eröffnung des Instituts für Games statt.

Spiele sind ein wichtiger Innovationsmotor: Sie verändern nicht nur das tägliche Leben, sondern auch die universitäre Ausbildung. Seit der Eröffnung des Instituts für Games am 16. Oktober 2013 auf dem GamesDay sind Games auch fester Bestandteil der Hochschule der Medien (HdM). Dort soll das Wissen der Bachelorstudiengänge Medieninformatik, Mobile Medien und Audiovisuelle Medien gebündelt, vertieft und ausgebaut werden.

Seitdem im Wintersemester 2005/2006 der erste GamesDay an der HdM stattfand, ist viel passiert: Damals ging es noch vorwiegend um klassische Computerspiele, dagegen steht jetzt der mobile Bereich im Vordergrund. „Heute haben wir noch einmal einen Level-Sprung in Form des Instituts für Games“, sagt Professor Walter Kriha vom Studiengang Medieninformatik, „wie groß dieser Sprung ist, werden wir in den Vorträgen sehen.“ Über 200 Gäste nahmen am 16. Oktober 2013 am GamesDay teil. Darunter waren spieleinteressierte Studenten, Entwickler, Hersteller, Verbände und wissenschaftliche Einrichtungen.

Den Anfang machten Pascal Bormann und Adrian Rees, die an der HdM Audiovisuelle Medien studieren. Nach ihrem Vortrag über „Location Based Games“ lockerten Andre Noller, Georg Graf und Markus Wellmann von getUp games die Stimmung mit amüsanten Anekdoten aus dem Indie-Leben. Anschließend wurden die Gewinner vom Game-Wettbewerb des HdM-Startup Centers gewählt. Das Konzept „Megon“ von Judith Armbruster, Tim Lofi und Markus Rapp überzeugte als Browserspiel und wird nun für die Webseite des Startup Centers umgesetzt.

Beste Überlebensrate für Startups in Baden-Württemberg

Zum neuen Institut für Games gehören neben Prof. Dr. Jens-Uwe Hahn (3.v.l.) und Prof. Uwe Schulz (Mitte) unter anderem auch Prof. Dr. Michael Felten, Sabiha Ghellal, Prof. Walter Kriha, Stefan Radicke und Prof. Dr. Joachim Charzinski (v.l.n.r.),
Foto: Mitra Schmidt / HdM

Ein wichtiger Aspekt des GamesDays waren die Serious Games, also die Spiele mit ernstem Hintergrund. HdM-Rektor Professor Dr. Alexander W. Roos betonte eingangs: „Spiele dienen nicht nur zur Unterhaltung und zum Spaß, sondern unterstützen auch Lernaspekte.“ Ebenfalls könnten sie in verschiedenen Bereichen wie Medizin, Gesundheit, Bildung und Gesellschaft eingesetzt werden. Dem Thema widmeten sich auch Ralph Stock von der Serious Games Solution GmbH und Robert Praxmarer von der Fachhochschule Salzburg. Letzterer stellte klar: „Spiele können mehr als nur Spiele sein. Man kann zahlreiche Themen damit transportieren, vielleicht sogar die Welt verändern.“

Bei den Vorträgen von Jan-Michel Saaksmeier, Director of Games Conception bei der Bigpoint GmbH, und von Professor Peter Schäfer, Referatsleiter Existenzgründung und Unternehmensnachfolge vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, lauschten vor allem die Spieleentwickler interessiert: Saaksmeier referierte über die „Anforderungen an Berufseinsteiger im internationalen Game Development“ und Schäfer stellte für Startups verschiedene Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten des Landes vor. Gleichsam regte er zur Selbstständigkeit an, denn im Bundesvergleich gebe es in Baden-Württemberg die beste Überlebensrate von Startups. Im Hightech-Bereich würden sogar über 62 Prozent der Neugründungen die ersten fünf Jahre überstehen.

„Großartige Perspektive in diesem Arbeitsbereich“

Benjamin Rostalski von der Stiftung Digitale Spielekultur begründete, wieso digitale Spiele bereits zum Kulturgut für den Mainstream geworden sind. Martin Lorber, PR Director und Jugendschutzbeauftragter von Electronic Arts Deutschland, war ebenfalls überzeugt, dass die Spieleindustrie vor einem Wendepunkt steht: Den klassischen Computerspieler gebe es heute auch nicht mehr. Die Generation der Spieler werde immer älter und auch der Frauenanteil sei gestiegen. Thorsten Unger, Geschäftsführer Politik vom Bundesverband der Computerspieleindustrie G.A.M.E., bestätigte dies: „Der Markt ist ständig in Bewegung und muss sich immer wieder neu erfinden, deshalb braucht man ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Gesamtkonzept zur Förderung des Zukunftsmarktes Games.“ Passend dazu zeigte Jan Reichert, Geschäftsführer von kr3.media, welche Rolle Games im Marketing und in der Unternehmenskommunikation bereits eingenommen haben.

Der Höhepunkt des GamesDays war die offizielle Eröffnung des Instituts für Games. Als wissenschaftliche Einrichtung der HdM bringt es die unterschiedlichen Kompetenzen in der Spieleentwicklung zusammen und will die Studenten in den Bereichen Ausbildung, Entwicklung, Förderung und Existenzgründung fit machen. „Ich freue mich schon, bald sagen zu können: ‚Das war mal ein Student von uns'“, sagte Professor Uwe Schulz vom Studiengang Audiovisuelle Medien. Zusammen mit Professor Dr. Jens-Uwe Hahn vom Studiengang Medienwirtschaft wird er das Institut leiten. Und auch HdM-Rektor Alexander W. Roos ist überzeugt: „Das Institut wird der Hochschule eine großartige Perspektive in diesem Arbeitsbereich bieten.“

Wer sich die Vorträge als Video anschauen möchte, kann das hier tun.